Ausstellung mit vielen Eindrücken und Facetten
4. März bis 25. März, 2018



Brunner Patricia, Basel- Objekte

„Geschichten aus Draht“

Patricia Brunner (*1958 in Tansania geboren) ist eine feine Beobachterin menschlicher Interaktionen und Beziehungen, menschlicher Träume, Verhaltensweisen und Angewohnheiten. Sie entwirft ihre Tableaus des Alltags, indem sie Beobachtungen in konzentrierter Form, aber mit vielerlei wesens- und strukturverschiedenen Details zu übersichtlichen Szenen verwebt. Die verwendeten Materialien sind Eisendraht, Drahtnetz, PET, Modelliermasse, Papier und Acrylfarbe. Zwischendurch entfremdet die Künstlerin in quasi dadaistischer Manier bestehende Gebrauchsgegenstände (Mistgabel, Heugabel, Säge, Kürbis, etc.) und lässt ihnen märchenhaft-träumerische, utopische Parallelwelten entwachsen.

Bei vielen Arbeiten zieht Patricia Brunner ganz explizit einen Rahmen um die Szenen, sie verstärkt damit die dreidimensionale Objekthaftigkeit. Dem Verfahren nach zählt man die Drahtkonstruktionen zu den plastischen Arbeiten, aber eigentlich wirken sie eher zeichnerisch. Es gibt – mit wenigen Ausnahmen, wie den Mobiles – auch bei den freistehenden Werken eine deutliche Schauseite, eine Hauptansicht vom Aussen auf ein Innen. Die verschiedenen Szenen sind so angelegt, dass man nicht unbedingt um sie herumgehen und verschiedene Blickwinkel erfahren soll. Damit unterscheiden sich Patricia Brunners Drahtobjekte sehr wesentlich von anderer Plastik und deshalb funktionieren sie auch so wunderbar als Wandbilder.

Stilistische Merkmale wie eine charakteristische, reduzierte Linienführung oder die pointierte Klarheit der Aussage erinnern durchaus an das Genre Karikatur. Aber Patricia Brunner kritisiert nicht, prangert nicht an. Beissende, satirische Schärfe ist so gar nicht ihr Ding. Die kunstvollen Arbeiten aus Draht entstehen in einer Atmosphäre von Freude und Zufriedenheit. Wenn die Geschichten aus Draht in ihrer Aussage ambivalent wären, dann mittels einer melancholischer Ironie, oder aber eines schelmenhaften Spotts. In den allermeisten Fällen scheint sich die Künstlerin über das menschliche - allzu menschliche - Verhalten selbst zu amüsieren. Patricia Brunner kennt Selbstironie. Kein Wunder also, dass man sich vor einem Bild von Patricia Brunner gegen ein überraschtes Schmunzeln oder sogar ein spontanes, herzhaftes Auflachen kaum wehren kann.
Susanne Blaser, Kunsthistorikerin M.A., Basel (gekürzte Version)

Email: www.patricia-brunner.ch

Lehmann Lucas, Sissach - Skulpturen

Lucas Lehmann

Ich bin am 4. September 1965 in Basel geboren und in Tecknau Baselland aufgewachsen.
Im Alter von 18 Jahren wanderte ich nach Salvador da Bahia, Brasilien aus.
Begeistert von dem vielfältigen Edelsteinvorkommen entschied ich mich für diverse Gemmologiekurse ( Edelsteinkunde) an der Universität Ouro Preto Minas Gerais.
Spezialisiert auf die Edelsteinbestimmung war ich in verschiedenen Juweliergeschäften als Verkäufer tätig.
Danach wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit und handelte mit Edelsteinen. Zur selben Zeit entwarf ich Schmuckobjekte und verkaufte diese an Privatkunden. In dieser Zeit erwarb ich die Fachmitgliedschaft der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft.
Nach siebenjährigem Aufenthalt in Salvador da Bahia kehrte ich in die Schweiz zurück.

Als technischer Assistent arbeitete ich für die Molekularbiologie an der Universität Zürich. In diesem Tätigkeitsfeld vermisste ich das kreative Schaffen. Aus diesem Grunde belegte ich verschiedene Töpferkurse und Weiterbildungen.
Die Auseinandersetzung mit der Materie Ton begeistert mich. Als freischaffender Künstler töpfere und stelle ich meine eigenen Objekte her. Inspiriert durch das Land, die Menschen und die Lebensart Brasiliens entstehen meine farbenfrohen Kreationen. Sie zeugen von meiner Liebe zu Bahia und spiegeln die Leichtigkeit und die Lebensfreude des brasilianischen Volkes wider.
Im Moment setze ich mich intensiv mit der Verarbeitung von Porzellan-Paperclay auseinander. Die grenzenlosen Möglichkeiten der Verarbeitung faszinieren mich. Der Transfer von alltäglichen Gegenstände in Porzellanobjekte begeistern mich immer wieder aufs Neue.

Homepage: http://www.lucaslehmann.ch
Email: l.lehmann@hispeed.ch

Ro Milan, Chiasso - Bilder

Meine Malerei
Meine Malerei weist seit jeher eine leicht metaphysische Komponente auf. Die Landschaft, Ergebnis langer und sorgfältig erarbeiteter Reinterpretationen, rekonstruiert mit persönlichen Raumgestaltungen, neu erfundenen Kompositionen und mit symbolischen Einfügungen wie dem Gebüsch oder dem einzeln stehenden Baum, unter Weglassung von Skizzenkunstelementen und unter Anbringung solcher der Natur, integriert in der Vision und filtriert durch den Geist, ist oft versetzt in eine verfeinerte, ruhige und entspannte Atmosphäre. Die neue auf der Leinwand kreierte Wirklichkeit ist meine Vision von Landschaft.
Der Blick richtet sich danach auf einige Einzelheiten wie die einzelne Blume, das ausgetrocknete Blatt, den Baum, den Grashalm. Indem ich sie aus der Masse herausnehme, hebe ich ihr Wesen hervor und mache sie zu leuchtenden Protagonisten vor einem fast immer dunklen, aber nicht schwarzen Hintergrund, als wären es Portraits. Hier ist die Szenerie stärker metaphysisch.
Auf der Suche nach Anregungen um zu malen, immer jedoch in Kontakt mit der Natur bleibend, habe ich mit grosser Aufmerksamkeit die Wasserlinie an einem Strand beobachtet und habe eine ganze Welt entdeckt: Ganze und zerbrochene Muscheln, Hölzchen, von der Brandung geschliffene Steinchen, kleine Algen, Federn und andere Gegenstände, abgenutzt durch die salzigen Rückstände. Indem ich frei Formen und Farben gemalt und neu interpretiert habe, immer jedoch unter Sichtbarmachung des Sandes und des Meeres, habe ich suggestive und spirituelle Empfindungen geschaffen, die vergleichbar sind mit menschlichen Gefühlen wie Freude, Leichtigkeit, Wärme, Staunen, Groteskem, Leidenschaften usw.
Der Prozess der künstlerischen Suche hat mich dahin geführt, einen Schritt „über“ die naturalistische Realität „hinauszugehen“ und einzutauchen in eine geheimnisvolle Dimension, die sich dennoch mit den Interpretationen typischer natürlicher Besonderheiten in meiner Malerei verbindet.
Ro Milan



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