Maitre-Fahrländer Sabine

Déstructuration Harmonisé
Zwei Materialien stehen im Werk von Sabine Maître im Vordergrund: der Stahl und das Glas, welche in der zeitgenössischen Architektur allgegenwärtig sind und die für diese kennzeichnende Erhabenheit und Kühnheit verkörpern. Auch die Titel verweisen auf jene Interpretation der eleganten, schlanken Stelen, deren Format drei Meter übersteigen kann.
Dennoch handelt es sich hier nicht um die bloße Wiedergabe einer realen Welt, einer Stadtlandschaft in großen Metropolen etwa. Zwar sind uns beide Materialien und die Strukturen, die sich daraus ergeben, vertraut. Bei der Begegnung mit diesen Türmen und Buildings spüren wir jedoch unmittelbar die Dichte und die Mehrdeutigkeit des Werkes, nehmen die zahlreichen Assoziationen wahr, die beim Betrachten entstehen. Die geometrischen Gebilde, die von einem bescheidenen Sockel aus, stolz und schwungvoll aufrecht streben, erinnern manch eines Betrachts an die gewagten Konstruktionen, an für unser Zeitalter charakteristischen architektonischen Gigantismus, Inbegriff von Eleganz und Schlichtheit. Aber handelt es sich nicht ebenso um eine Reminiszenz an ursprüngliches, denen das Streben nach Höherem, nach Licht und Entfaltung zugrunde liegen.
Natur im Einklang mit der schöpferischen Energie des Menschen.
Die zwischen Rot und Ockergelb changierenden Farben des rostenden Eisens und das türkis schimmernde Glas vereinigen sich als Komplementärfarben, wie es mit den Elementen Wasser und Erde geschieht, während die nach oben zeigenden Formen auf das dritte Element, die Luft, verweisen. Das Feuer schlummert in den schillernden Rostspuren, die die Oberfläche des Metals beleben. Wir tauchen somit gleichzeitig in eine archaische, mythische Welt ein.
Für Sabine Maître, die in einer 37 Jahre währenden künstlerischen Karriere sich ursprünglich dem Beruf der Kunst-Glasmalerei und Glasgestaltung widmete, bevor sie sich 2002 autodidaktisch der Metallskulptur zuwandte, findet der eigentliche Schaffungsakt am Zeichenbrett statt. Skizzen und Pläne folgen auf einander, werden immer detaillierter, bis sie von der Ausgewogenheit des zu schaffenden Werkes überzeugt ist. Dem schließt sich bei der Umsetzung eine methodische, disziplinierte Arbeit an.
Kennzeichnend für ihre Kreationen sind die Eleganz und die Strenge. Aber eine weitere Botschaft vervollständigt deren Aussagekraft: Mit einem Augenzwinkern stellt die Künstlerin ihre Grundidee in Frage. So lässt sich in der schrägen Kolonne eines Objekts oder auch in den zierlichen Stützen eines imposanten Gebildes der ironisierende Blick der Künstlerin erkennen, die angesichts der Exzesse unserer Zivilisation ihre Zweifel ausdrückt.
Wo droht das Gleichgewicht, der edle und stolze Charakter unserer Bauten Gefahr?
Jeder Betrachter hat seine eigene Interpretation der Botschaft, seine persönliche Antwort auf die ureigene Frage, die er- oft unwissentlich- mit sich trägt. Daher die bereichernde Erfahrung, die einer Begegnung mit solchen künstlerischen Werken innewohnt.
Evelyne
Homepage: www.sabine-maitre.com

        


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